Foto-Tipp für Eltern: Kinder bedürfnisorientiert mit dem Handy fotografieren

Im Alltag möchtest du lustige Familienmomente und besondere Erlebnisse festhalten. Es gibt da aber ein echt doofes Problem: Dein Kind hat keine Lust auf Fotos! Es rennt weg und will gar nicht beim Spiel gestört werden. Oder dein Kind setzt ein perfekt geprobtes Lächeln auf und zeigt dazu noch – so richtig als i-Tüpfelchen – mit beiden Händen das Victoryzeichen.

Na toll!! So hattest du dir deinen Schnappschuss echt nicht vorgestellt!

Toller Moment für die Kleine. Die Große fühlt sich aber als müsste sie posieren.

Jetzt hast du zwar einerseits den Moment festgehalten. Ärgerst dich aber, dass es doch nicht so geklappt hat, wie du es dir vorgestellt hast.

Keine Sorge, das kenne ich auch. Hab ja auch zwei Kinder. Und das passiert mir auch. Ich musste mir überlegen, wie ich damit umgehen möchte.

Seltener fotografieren

Ich fotografiere meine Kinder seltener. Vielleicht ist das nicht das, was du jetzt lesen willst. Aber ich hab festgestellt, es ist der erste Punkt, um wieder entspannte Kinder vor der Kamera oder der Handykamera zu haben.

Wenn du dich dann bewusst für ein Foto entscheidest und dein Handy hochhebst, die Kamera-App startest und den Auslöser klickst, hast du eine größere Wahrscheinlichkeit auf gute Fotos, wenn du mehrmals auslöst. Wenn dein Handy es kann, dann nutze auch die Serienbild-Funktion. Mit Kameras gilt das freilich auch. Damit ist die Chance größer, dass ein Bild dabei ist, das scharf ist und eine tolle, echte Situation festhält.

Merksatz: Insgesamt seltener fotografieren, dafür gezielter und dann öfter den Auslöser drücken.

Cooles Mädel, aber nicht die Pose, die du als echte Erinnerung abspeicherst.

Wenn es um schöne Fotos geht, werden wir Eltern schnell zum Koordinator von Kindern. Wir sagen ihnen, „Stop!“, „Zeig‘ das mal in die Kamera!“ und „Bleib mal so!“. Damit greifen wir in die Momente ein und verändern sich zwangsläufig. Um einerseits teilzuhaben und gleichzeitig authentische Schnappschüsse zu ergattern, bedarf es jedoch keiner Anweisung.

Werde zum Beobachter

Vielmehr darfst du zum Beobachter werden. Du darfst echtes Interesse zeigen und fragen, was deine Kinder gerade spielen. Das ist wieder eine Chance, die Gedankenwelt deiner Kinder kennenzulernen.

Wenn dein Kind vor deiner Handykamera posiert und du das nicht möchtest, kannst du versuchen, auf das einzugehen, was dein Kind gerade macht oder gemacht hat. Du zeigst wieder Interesse und unterhältst dich. In dem Moment hast du die Kamera oder dein Handy sichtbar gesenkt. Du gehst auf den Moment ein und nimmst dir Zeit, wartest ein bisschen. Meist entwickelt sich die Situation von da an weiter. Dann kannst du immer noch weiter fotografieren. Du verpasst kein Foto, im Zweifel verpasst du die Chance, Interesse zu zeigen.

Merksatz: Werde zum Beobachter und lerne die Gedankenwelt deines Kindes kennen. Ein Foto kann man nicht verpassen, einen Moment schon.

Auch wenn es für bedürfnisorientiert lebende Familien eines der Ziele ist, nicht zu schimpfen, passiert das natürlich trotzdem (auch hier spreche ich wieder aus eigener Erfahrung). Das passiert uns vor allem in Drucksituationen. Daher gilt: Wenn ihr es eilig habt oder eine Art von Stress euch gerade begleiten, ist das nicht der richtige Zeitpunkt für Fotos.

So einen echten Moment kannst du erfassen, wenn du zum Beobachter geworden bist.

Was ist der richtige Zeitpunkt?

So ganz kann ich dir diese Frage bei eigenen Kindern nicht beantworten, wenn ich ehrlich bin. Was mir aber hilft ist, wenn mein Mann gerade etwas mit den Kindern macht und ich dann Zeit und Raum zum Fotografieren hab. Denn dann habe ich die Kapazitäten, wieder zum Beobachter zu werden. Manchmal kann kurze eine Absprache zwischen den Erwachsenen helfen. „Ich mach jetzt Fotos, du kümmerst dich um die Begleitung (ums Aua etc.).“

Merksätze: Stress ist Kacke für Fotos. Absprachen helfen, zum Beobachter zu werden.

Zum Schluss möchte ich dir sagen: Lerne, echte Momente zu schätzen – auch wenn sie nicht so geworden sind, wie du sie dir gewünscht hast. Sie zeigen deine Familie und sind dann schon perfekt.

Wann immer du möchtest, kannst du mich beauftragen, dich im Alltag fotografisch zu begleiten. Dann bist du auch auf den Fotos. 😉 Infos zu meinen Fotoreportagen findest du hier.

Foto-Tipps zum Download für’s Handy: